Offene Daten Mettmann

Wie in unserem Beitrag „Offene Daten Mettmann gestartet“ geschildert, haben wir Piraten in Mettmann ein Portal ins Leben gerufen, durch das wir die Idee von Open Data in Mettmann einer breiten Masse vorstellen und praktisch umsetzen wollen. Was sich hinter dem Portal verbirgt, welche Ziele damit verbunden sind, was Open Data überhaupt ist und welche Daten wir (oder unsere potentiellen Partner) verfügbar machen wollen, möchten wir im folgenden erörtern.

Adresse des Portals

Das Portal  erreicht man über http://www.offene-daten-mettmann.de.

Sinn und Zweck des Portals „Offene Daten Mettmann“

Unsere Vision ist:

  • Die politischen Prozesse in Mettmann transparenter zu gestalten und auf lange Sicht eine politische Beteiligung der Bürger zu ermöglichen.
  • Mehr Licht ins Dunkel zu bringen.
  • Dass den Mettmanner Bürgern ein Licht aufgeht.

    Das Portal "Offene Daten Mettmann"

    Das Portal „Offene Daten Mettmann“

 

 

 

Unsere Ziele sind:

  • Wir wollen vereinfachen. Die komplexe und schlecht dokumentierte Arbeit des Stadtrats werden wir nachvollziehbarer machen und damit die Basis schaffen, fundierte (Bürger-) Beteiligung zu ermöglichen.
  • Wir wollen informieren. In dem Portal sollen möglichst viele politisch relevanten Vorgänge und Informationen dem Bürger transparent und neutral (aber nicht unkritisch) zugänglich gemacht werden.Die Plattform soll zeigen, was moderne Bürger von einer transparenten Kommune erwarten.

    Kategorien

    Kategorien

  • Wir wollen zur Beteiligung anregen. Durch die transparente Abbildung bestimmter Arbeitsabläufe, Entscheidungsprozesse und Ergebnisse sollen politisch interessierte und im digitalen Zeitalter angekommene Bürger angeregt und befähigt werden, sich an kommunalen Entscheidungsprozessen (direkt) zu beteiligen.
  • Wir wollen Werte vermitteln. Wir fördern bei Mettmanner Bürgern das Verständnis für Werte, die die direkte Beteiligung fördern und fordern:
    • Teile Wissen – Wissen ist Macht!
    • Verstehe das System!
    • Denke einfach!
    • Mach’s selbst!
    • Sei kritisch!
    • Sei neugierig!

    Wir zeigen anhand der Möglichkeiten und Auswirkungen der digitalen Revolution auf, dass mit Wissen und Transparenz eine direkte Teilhabe auch in kleineren Kommunen möglich ist.

Die Idee hinter „Offenen Daten“ bzw. „Open Data“

Offene Daten sollen mehr Transparenz, Teilhabe und Zusammenarbeit ermöglichen.

Zitat aus der Wikipedia: Offene Daten sind sämtliche Datenbestände, die im Interesse der Allgemeinheit der Gesellschaft ohne jedwede Einschränkung zur freien Nutzung, zur Weiterverbreitung und zur freien Weiterverwendung frei zugänglich gemacht werden.

Gemäß der Open Data Richtlinien sind die Hauptmerkmale von Open Data:

  • Die Daten sind frei verfügbar und frei zugänglich.
  • Die Daten müssen frei wiederverwendet werden können.
  • Die Daten müssen diskriminierungsfrei von jeder Person nutzbar und wiederverwendbar sein.

Dabei geht es auch und vor allem um Daten, die die Allgemeinheit bereits finanziert hat. Oft kommt es vor (z.B. in der Forschung, in den Medien oder in der Politik), dass solche Daten trotz allgemeinen Interesses und trotz Finanzierung durch den Steuerzahler gar nicht, nicht vollständig oder nur unter einschränkenden Bedingungen offengelegt werden.

Open Government

Als besondere Form von Open Data wird bei Open Government das Augenmerk auf die Daten gelegt, die in unseren Regierungen und Verwaltungen – also der öffentliche Hand – als Open Government Data anfallen. Eine Öffnung dieser Daten soll zu mehr Transparenz und Bürgerbeteiligung führen und politische Entscheidungen offener und nachvollziehbar machen.

Nicht nur die Bürger, sondern auch die Verwaltungen selbst sollen davon profitieren, da beide möglichst auf Augenhöhe agieren können und die Interessen der Allgemeinheit frühzeitig eingebunden werden können.

Zielgruppen

Die Daten und Informationen in dem Portal sollen interessierten Bürgern helfen, politische und verwaltungstechnische Vorgänge in Mettmann besser zu verstehen. Außerdem glauben wir, dass auch Entscheidungsträger und Mitarbeiter in Politik und Verwaltung ihren Nutzen aus dieser Plattform ziehen können, sei es durch die Bereitstellung weiterer Daten oder die Nutzung der Features des Portals bei der täglichen Arbeit.

Neben Politik und Verwaltung können wir uns weitere Datenlieferanten vorstellen, wie z.B. Vereine, Verbände oder gar Unternehmen in Mettmann.

Wir richten uns auch an Entwickler aus dem privaten oder geschäftlichen Umfeld, die Anwendungen zur Weiterverwendung der Daten erstellen können.

Brainstorming

Brainstorming. Foto: Hanns,CC-BY-SA

Ein Wort zur Entstehungsgeschichte

Die Initiatoren dieses Projekts beobachten die Open Data Szene schon eine ganze Weile und waren von der Möglichkeit fasziniert, die politischen Prozesse in Mettmann transparenter zu gestalten und für die Bürger greifbarer zu machen. Von daher war es naheliegend, in einem ersten Schritt die Daten aus dem Ratsinformationssystem so aufzubereiten und anzubieten, dass sie ihren Zweck besser erfüllen können.

Welche Daten wir einstellen

Zum Start der Plattform konzentrieren wir uns auf die Daten aus dem Ratsinformationssystem der Stadt Mettmann. Daneben werden wir im Laufe der Zeit weitere Daten der öffentlichen Hand einpflegen, die mit Mettmann zu tun haben.

Das Portal dient dabei in erster Linie als Datenkatalog, in dem bereits verfügbare offene Daten (Open Data) verschiedener Quellen verlinkt und mit Metadaten wie Titel, Beschreibung, Kategorie, Schlagworte, Quelle und Lizenzbedingungen angereichert werden.

Für weitere Daten sind wir offen. Es gibt keine konkreten Pläne, aber schon einige Ideen. Feedback und Hilfe sind willkommen.

Vorteile gegenüber dem Ratsinformationssystem der Stadt Mettmann

Zuerst einmal möchten wir darauf hinweisen, dass wir die Dokumente im Ratsinformationssystem der Stadt Mettmann nicht in dem Portal speichern, sondern in den Datensätzen lediglich darauf verlinken.

Datensatz

Datensatz

Ressource

Ressource

Änderungshistorie

Änderungshistorie

 

 

 

 

 

 

 

Dabei bietet das Portal folgende Features und Vorteile:

  • Die verwendete Software ist auf die Belange der Open Data Bewegung optimiert, vor allem was Offenheit, Erweiterbarkeit und Datenverarbeitung angeht.
  • Dokumente aus dem Ratsinformationssystem können verlinkt werden, um sie z.B. in E-Mails zu verschicken. Das Ratsinformationssystem selbst „versteckt“ die Links.
  • Dokumente aus dem Ratsinformationssystem und andere Daten werden eingebettet direkt im Browser angezeigt.
  • Eine direkte Verlinkung der Datensätze in den Sozialen Netzwerken Google+, Twitter und Facebook ist möglich.
  • Die Daten im Portal können über eine API abgerufen werden. Das ist wichtig für die Weiterverwendung offener Daten.
  • Bürger werden durch eine Kommentarfunktion eingebunden und können Feedback geben. Das ist als Vorstufe für eine mögliche Bürgerbeteiligung zu sehen.
  • Datensätze können verschlagwortet und so thematisch gegliedert werden. Das erleichtert eine Nachvollziehbarkeit von thematisch oder zeitlich zusammenhängenden Vorgängen.
  • Über „Kategorien“ können übergeordnete Gruppierungen erstellt werden.
  • Eindeutige Lizenzangaben könne für jeden Datensatz individuell getätigt werden.
  • In den Metadaten können strukturiert Angaben zu den Datensätzen gemacht werden, so z.B. eine Quellangabe, Ansprechpartner und Datenformat.
  • Metadaten und Schlagworte sind durchsuchbar.
  • Über die „Aktivitätsanzeige“ kann verfolgt werden, wer wann Änderungen an den Datensätzen gemacht hat. Änderungen an den Datensätzen selbst, den sog. Ressourcen, können nachverfolgt werden (Versionsverwaltung).

Vergleichbare Portale

Viele Städte und Gemeinden, aber auch Bund und Länder haben bereits Open Data Portale gegründet. Kleinere und mittelgroße Städte haben es dabei ungleich schwieriger, die nötigen Ressourcen zu stellen und das fachliche Know-How zu bündeln. Von daher sind die größeren Städte oftmals heute schon vertreten. Exemplarisch seien hier einige Open Data Plattformen von Städten genannt:

Einen übergeordneten Datenkatalog findet man unter offenedaten.de.

Wir möchten anmerken, dass bei vielen dieser Plattformen, vor allem auf Bund- und Landesebene, statistische Daten und Zahlen z.B. aus den Bereichen Arbeitsmarkt, Demographie, Umwelt und Verkehr im Vordergrund stehen. Dies sind die „klassischen“ Daten für Open Data, die in den meisten Verwaltungen und amtlichen Behörden vorhanden sind. Diese Portale werden meist durch die Verwaltungen selbst betrieben – oft unter Einbeziehung lokaler Unternehmen oder Forschungseinrichtungen.

Bisher gibt es eher wenige Portale, die sich auf politische Entscheidungen und Beschlüsse aus den Stadt- oder Kreisräten konzentrieren. Beispiele dafür sind „Offenes Köln“ oder „OpenRuhr“, welche von Privatpersonen oder Institutionen der Open Data Bewegung betrieben werden. Es scheint so, dass besonders bei der Öffnung politischer Entscheidungsprozesse die Städte und Gemeinden noch Nachholbedarf haben, sich selbst zu engagieren.

Nutzung des Portals

Für weitere Infos zu den Datensätzen und z.B. der Kommentarfunktion möchten wir auf die FAQ des Portals hinweisen.

Lizenzen und Nutzung der Daten

Lizenzangabe und Kommentarfunktion

Lizenzangabe und Kommentarfunktion

Die Nutzung des jeweiligen Datensatzes erfolgt unter der in den Metadaten jeweils genannten Lizenz der Datenbereitsteller.

Hat der Datenbereitsteller, in unserem Fall die Stadt Mettmann für das Ratsinformationssystem, keine Lizenz im Originaldatensatz angegeben, vergeben wir i.d.R. pauschal die Creative Commons Attribution Lizenz, abgekürzt „CC BY“. Dies scheint uns unter Berücksichtigung der in der Open Data Szene vorherrschenden Lizenzierung die beste Wahl zu sein, siehe „Kapitel 8.3.1 Einheitliche und einfache Lizenz- und Nutzungsbestimmungen“ der Berliner Open Data Strategie [1].

Siehe FAQ für weitere Infos zu Lizenzen und Datennutzung .

Referenzen

[1] Berliner Open Data Strategie: Organisatorische, rechtliche und technische Aspekte offener Daten in Berlin. Konzept, Pilot und Handlungsempfehlungen. Auch als Kurzfassung oder bei Amazon erhältlich.